Dr. Cornelia Stöckel

Familienberatung Graz

Aggressionen – ein Schrei nach Anerkennung

Aggression ist eine Emotion, mit der umzugehen uns sehr schwer fällt. Aggressionen und destruktives Verhalten sind zugleich sehr wertvoll, da ihnen eine Alarmfunktion zukommt. ErzieherInnen sind heute mit einem „Handwerkszeug“ ausgestattet, um kindlichen Aggressionen zu begegnen, ohne selbst Gewalt anzuwenden. Im Repertoire befinden sich klare Ansagen, feste Versöhnungsrituale und Konsequenzen in Form von Auszeiten etc. Ich möchte in dieser Veranstaltung das aggressive Kind zurück in den Blickpunkt rücken. Dieses macht mit seinem Verhalten auf eine existentielle Notsituation aufmerksam. Wenn unsere Anstrengungen auf eine Unterdrückung des aggressiven Verhaltens zielen, erlangen wir nur schwer ein tieferes Verständnis des Kindes – und verursachen neue Probleme.

Wir können einem Kind mit mehr Empathie und Verständnis begegnen, wenn wir die Quellen seiner Unzufriedenheit ermessen können. Wenn Kinder aggressiv werden, wird daher die Beziehungs- und Elternarbeit besonders wichtig. Das Kind fühlt sich dadurch anerkannt und gesehen. Allein dies zieht oft schon eine positive Verhaltensänderung nach sich. Das Selbstwertgefühl des Kindes – und der Erzieherin/des Erziehers – wird dadurch nachhaltig gestärkt.