Dr. Cornelia Stöckel

Familienberatung Graz

Beziehungskompetenz

In Zeiten, in denen der Druck auf Kindertageseinrichtungen, mit umfangreichen Konzeptpapieren aufzuwarten und Bildungsinhalte herauszustellen, groß ist und weiter zu nimmt, darf die klassische Beziehungskompetenz von Erzieherinnen nicht ins Abseit gedrängt werden.

Diese fundamentale Kompetenz in der frühkindlichen Betreuung ist als Schlüsselqualifikation zu sehen, die unbeschwertes, selbstgesteuertes Lernen, Wachstum und Entwicklung in dieser Altersgruppe (und weit darüber hinaus!) erst möglich macht. Diese Erkenntnis wird nun auch duch neuere Ergebnisse der Hirnforschung belegt.

Ausgehend von der Unterscheidung in Inhalt (was wird gesagt/getan) und Prozess (wie wird es gesagt und getan) möchte ich die Bedeutung der Prozessebene für eine fruchtbare Entwicklung in Kindertageseinrichtungen herausstellen. Die Qualität der zwischenmenschlichen Beziehunen auf allen Ebenen (Mitarbeiter-Kinder, Mitarbeiter-Mitarbeiter, Mitarbeiter-Eltern, aber auch Leitung-Mitarbeiter) ist der Nährboden auf dem das Selbstwertgefühl aller Beteiligten wachsen kann. Beziehungskompetenz ist damit nicht nur zentral für die  positive Entwicklung der Kinder sondern auch der Mitarbeiter einer Einrichtung.

Wenn der Kontakt in den Mittelpunkt gestellt wird, kann auf Regelwerke und Konsequenzen als Mittel der Verhaltenssteuerung zum Gewinn aller Beteiligten weitgehend verzichtet werden. Dies setzt bei den Erwachsenen Authentizität, Transparenz, Verantwortung und den Willen, in eine gleichwürdige Beziehung zum Kind zu treten, voraus.