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…über:

Beziehungsorientierte Beratung

Wir Menschen sind soziale Wesen. Unser Wohlbefinden hängt von der Qualität unserer Beziehungen zu uns nahen Menschen ab. Und von unserer Beziehung zu uns selbst! Beziehungsorientierte Beratung stellt daher konsequent diese Beziehungen in den Mittelpunkt und steht damit in der Tradition von Virginia Satir, Walter Kempler und Jesper Juul. Im Hier-und-Jetzt wird untersucht, was positive Beziehungen fördert, was ihnen im Wege steht. Zentrale Stichworte sind Selbstgefühl, Gleichwürdigkeit, persönliche Sprache, Eigenverantwortung und Kooperation. Dabei ist ganz zentral auch das Geschehen und Erleben in der (therapeutischen) Begegnung, weshalb der Ansatz auch „erlebnisorientiert“ genannt wird. Manche Muster können nur aus dem bereits gelebte Leben verstanden und verändert werden. Dann ist es sinnvoll, zurückzugehen zu (Über)Lebensstrategien und prägenden Erfahrungen, die sich ins Leben und den Körper „eingeschrieben“ haben. .


Selbstgefühl

Selbstgefühl meint unsere Beziehung zu uns selbst. Wie gut kenne ich mich? Wie gut nehme ich mich wahr? Bin ich in Kontakt mit mir selbst und meinen verschiedenen Anteilen oder mir entfremdet? Und wie stehe ich zu mir? Kann ich mich annehmen, mit allem, was mich ausmacht?


Gleichwürdigkeit

Gleichwürdigkeit meint nicht Gleichheit im demokratischen Sinne. Gleichwürdigkeit mein, dass jedem Menschen von Anfang an die gleiche Würde innewohnt, unabhängig von Altern, Erfahrung, Gesundheitszustand etc. Die Wünsche, Träume, Gefühle und Werte eines jeden Menschen sind gleich an Würde und Berechtigung. Die Definitions- und Handlungsmacht mag dagegen unterschiedlich verteilt sein. Für eine gleichwürdige Begegnung ist es notwendig, dass die Mächtigen sich ihrer Macht bewusst sind und diese verantwortungsvoll nutzen. Das gilt insbesondere für die Eltern – Kind Beziehung, aber auch zwischen Lehrer*innen und Schüler*innen, Ärzt*innen und Patient*innen, Therapeut*innen und Klient*innen.


Persönliche Sprache

Persönliche Sprache bringt unmittelbar zum Ausdruck, was mich ausmacht und antreibt. Ich verschleiere meine Absichten nicht hinter Andeutungen, Floskeln, Anschuldigungen oder rationalen Argumenten. Ich bringe klar zum Ausdruck, wofür ich stehe und was ich möchte. Damit lade ich mein Gegenüber ein, dies ebenfalls zu tun. Persönliche Sprache entspringt unserem Selbstgefühl und füttert dieses wiederum in einem fruchbaren, zirkulären Prozess.


Eigenverantwortung

Mit Verantwortung verbinden wir in der Regel die Sorge für etwas außerhalb Liegendes: die Familie, die Gemeinschaft, die Umwelt oder das Meerschweinchen. Wenig im Fokus von Erziehung und Pädagogik ist dagegen die Verantworutng, die wir für uns selbst tragen: unsere persönlcihe Verantwortung oder auch Eigenverantwortung. Wenn wir uns dieser Verantwortung nicht bewusst sind und sie nicht wahrnehmen, machen wir uns abängig und zu Opfern unserer Mitmenschen. Und laden diesen Schuld und Schuldgefühle auf. So entsteht ein Netz aus vermeintlichen Abhängigkeiten und Zwängen, das oft genug als gegeben und unabänderlich akzeptiert wird.

Wenn wir uns unserer Eigenverantwortung bewusst werden, können wir die Zügel unseres Lebens wieder selbst in die Hand nehmen – und werden auf einer ganz anderen Ebene neue und gesündere Verbindungen zu unseren Mitmenschen knüpfen können.


Kinder kooperieren!

Kinder wollen aus einem natürlichen Grundbedürfnis heraus kooperieren und dazu gehören. Wenn wir ihnen genug Raum für Autonomie und persönliche Entwicklung zugestehen, wenn wir sie in ihrer Entwicklung eher begleitet als „erziehen“, haben sie die Möglichkeit, ihre persönliche Verantwortung wahrzunehmen und soziale Verantwortung auf der Grundlage eines guten Selbstgefühls zu entwickeln. Das kann herausfordernd sein und lädt auch uns als Begleiter zu einem Prozess der Veränderung ein.

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